Interview mit der Zeitschrift Blickpunkt Musicals Sep/Okt 2006 (PDF)
Interview mit der Zeitschrift Musicals
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Frank Nimsgern, Sie sind nicht nur in Saarbrücken geboren, sondern in Ihrer Heimatstadt stehen Sie auch mit Ihrem Erfolgsmusical "Paradise of Pain", eines der erfolgreichsten Musicals zur Zeit in Deutschland selbst auf der Bühne. Was verbindet Sie mit der Stadt? Hat dort auch Ihre musikalische Karriere angefangen? |
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Nein, ich habe eigentlich in Düsseldorf und im Kölner Raum mit professionellen Jazz-Rock angefangen. Nachdem ich für das Goethe-Institut in Afrika, Asien und Polen unterwegs war, kam ich über eine Empfehlung von Klaus Doldinger und Pete York zum Friedrichstadtpalast nach Berlin. Dort begann mein Weg als Komponist und Arrangeur. Doch auch Saarbrücken blieb für mich ein Ort der Kreativität, hier gab es ein ganz spezielles Klima von Innovation, einen Mut etwas Neues zu wagen. Und so pendelte ich fort an, wenn es auch oft unter Anstrengungen, spannungsgeladen zwischen Saarbrücken und Berlin. Denn zu Haus komponiere ich sehr viel..., aber ich brauche auch den Puls der Großstadt. |
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Innerhalb kurzer Zeit haben Sie die Musik zu "Paradise of Pain" am Saarländischen Staatstheater und der Revue "Elements" im Berliner Friedrichstadtpalast komponiert. Es ist eine andere Art von Musik, als man sie in den letzten Jahren in den großen Musical-Theatern in Deutschland gehört hat. was unterscheidet ihre Musik von der herkömmlicher Musicals? Und würden Sie sagen, dass Ihre Musik ein Spiegel Ihrer bisherigen Arbeit ist? |
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Ich habe Respekt vor der Tradition, dass heißt, ich benutze klassische Musik nicht, ich gehe mit ihr um, genauso respektiere ich Popmusik, Jazz, Funk und Hip-Hop. Sicher versuche ich mit meinen Werken nicht die Operette aufzumotzen, das unterscheidet meine Arbeit von dem was an vielen anderen „Musicalstätten“ zur Zeit insziniert wird. Ich entwickle selbst, wobei auch ich mich natürlich orientieren muß. Andere Vorbilder und ein Ansatz der eher in der aktuelle Filmmusik zu suchen ist, teils kombiniert mit modernem Grooves, aber sicher weit entfernt vom heute leider sehr gebräuchlichen "deutschem" verbissenen Schubladen denken, liegen meiner Arbeit zu Grunde. |
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Sie gelten als so etwas wie ein Wunderkind im deutschen Musical, Sie sind vielleicht dessen erfolgreichster Innovator. Schränkt Sie das in Ihrer Arbeit ein und fürchten Sie sich vor Ideenlosigkeit? |
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Hat man ein Projekt komponiert und speziell nach "Elements", fragt man sich schon Mal, was willst Du jetzt noch machen. Zum Glück, hat mir, glaube ich, der liebe Gott, genug Kreativität in die Wiege gelegt und somit konnte ich mich in diesem ständigen Lernprozeß immer weiterentwickeln. |
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Erfolg in Saarbrücken und in Berlin, sehen Sie es als Zufall oder gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Produktionen? |
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Nein, von einem Zusammenhang kann man nicht sprechen. Es war kein Hindernis, ich war eher Profiteur. Der Auftrag für "Elements" kam fast zeitgleich mit "Paradise of Pain". Außerdem konnte ich zu diesem Zeitpunkt im Friedrichstadtpalast gemeinsam mit Intendant Sascha Iljinskij und Regisseur Jürgen Nass auf eine Reihe Produktionen für das Haus an der Spree zurückblicken. Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, an der wir gemeinsam mit drei Choreigraphen eine "popsymphonischen" Partitur erarbeiteten, die die üblichen Revuemusiktraditionen ein wenig gegen den Strich bürsten sollte. Es war ein gewagtes Experiment, bei dem ich eines jedoch nie vergessen habe: den Versuch, den Geschmacksnerv des Publikums zu treffen, und dies liegt sicher beiden Werken zu Grunde. |
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War es für Sie trotzdem eine besonderen Herausforderung und Verantwortung? |
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Nein, eigentlich nicht. Denn am Anfang war mir gar nicht so bewusst, dass es bei der Produktion für den Friedrichstadtpalast nicht nur um einen Publikumserfolg geht, sondern auch um den Erhalt des Hauses selbst. Bei einem Revuetheater wie dem Friedrichstadtpalast, der nur teilsubventioniert ist, steht jede Produktion natürlich auch unter dem wirtschaftlichen Druck, sich selbst zu tragen. Natürlich entstand für mich dadurch beim Schreiben eine kommerzielle Spannung, die immer mehr zu einer schrecklichen Situation führte. Dauernd denken zu müssen, es muss klappen, du musst....- nachts dann die Gedanken, was passiert, wenn das nicht funktioniert, wenn ...- solche Gedanken können mit unter auch lähmend sein. Wenn man heute liest, der "Glöckner von Notre Dame" hat Millionen gekostet, läuft er nicht, dann muss dort nicht der Komponist dafür gerade stehen. So unterschiedlich wird in Deutschland gearbeitet. Die Verantwortung für mich war viel größer. Für "Elements" habe ich in den zwei Jahren 40 Songs geschrieben, ca. 16 symphonische Überleitungen und eine Ouvertüre und dazwischen war "Paradise", in dieser Zeit ist wirklich ziemlich viel passiert. Rückblickend, nach dem "Elements" das erfolgreichste Stück des Friedrichstadtpalast seit der Maueröffnung ist, mit einer Auslastung von ca 83 Prozent, das heißt, jede tägliche Vorstellung erleben durchschnittlich 1.600 Besucher, ist die Erleichterung natürlich groß. |
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"Paradise of Pain", ein Musical, das ständig ausverkauft ist und jetzt auch noch fürs Fernsehen produziert wird. Wie erklären Sie sich diesen unglaublichen Erfolg? |
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Ich denke wir haben mit "Paradise of Pain", ein Stück Musiktheater geschaffen, das einfach verschiedene Generationen anspricht. Ich saß mit Matthias Kaiser, dem Operndirektor des Saarländischen Staatstheaters zusammen. Wir sprachen über Filme, Bücher und Opern, die uns beide beeindruckt haben. Es waren immer solche Themen, die aber auch aus dem sonst oft vorgegebenen Rahmen fielen, weil sie zum Beispiel einfach frecher waren. Und so entstand mit Alan Cooper und Florian K. Shantin, die Idee zu "Paradise of Pain". Es sollte kein Musical im klassischen Sinne werden, vielmehr das Zusammenbringen konträrer Musikrichtungen, die im Laufe des Stückes wirklich fusionieren. So entstand ein Stück, das sowohl stilübergreifend, als auch generationsübergreifend ist. Dies konnten wir damals überhaupt nicht kalkulieren, wir dachten, an die Tradition der "Rocky-Horror-Picture-Show, die ein jüngeres Publikum angesprochen hatte. Eine Inszinierung die teilweise in der Hölle und im Himmel spielt entstand. In der Hölle bilden Funk, Hip-Hop, Rhythm and Blues, Soul, also eigentlich der Sound der 90er Jahre den Schwerpunkt. Für den Himmel habe ich, naja sagen wir Mal ironischerweise, so eine Art pseudo-klassische Musik geschrieben. Wie sich heute an der Publikumsreaktion herausgestellt hat, finden zum Beispiel im Himmel die 65, 70 Jahre alten Besucher ihre Art von Operette wieder, das war nicht vorhersehbar. Oft sitzen drei bis vier Generationen im Publikum, singen mit, geben nach der Show Standing Ovation, meine Bedenken, wir bieten vielleicht zu viele musikalische Stile haben sich genau umgekehrt, die Leute sagen, es ist schön, jeder kann seine Lieblingssongs in diesem Werk finden. Dies gepaart mit einer unglaubliche Ballung positiver Energie die von der Bühne ins Publikum schlägt, macht den Erfolg von "Paradise" meiner Ansicht nach aus. |
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Wieviel Zeit bleibt Frank Nimsgern eigentlich noch für private Dinge? |
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Für private Dinge, naja ich will es Mal so sagen: ich bin froh einen Beruf zu haben, der letzendlich auch mein Hobby ist. Ich bin eigentlich mit meinem Beruf, mit meiner Musik wie auch immer verheiratet, ich denke aber auch, das dies so sein muß, denn ein Stück auf die Bühne zu bringen bedeutet mir sehr viel. Aber natürlich brauche auch ich meinen private Geborgenheit, das muß auf jeden Fall sein. Man muß die Sache einfach lieben, denn wenn mein Herz nicht dabei ist, dann glaube ich würden das Publikum es sofort merken. Das Publikum muß und will sich mit der Musik und den Stücken identifizieren können, mit dieser Ehrlichkeit kommt ,glaube ich,langfristig gesehen der Erfolg. |
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Wenn Sie an einem ,Stück arbeiten, verbringen Sie ja sicher sehr viel Zeit alleine. Fühlen Sie sich manchmal einsam und unter Druck? |
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Ja, wobei sich da meine Arbeitsweise auch verändert hat. Es ist nicht mehr so eremitenartig wie vor zwei-drei Jahren. Ich entwickle jetzt Gesang, Texte und Musik mit meinen Sängern und Schauspielern gemeinsam. Das bedeutetes ist lebendiges Theater geworden, ich versuche in den einzelnen Phasen eines neuen Stückes sie mit den Darstellern umzusetzen, und somit ein Feedback zubekommen ob Szenen funktionieren, es ist ein sehr kommunikatives Arbeiten für mich. Trotzdem bleibt natürlch die Tatsache bestehen, komponieren muß ich alleine, dazu brauche ich absolute Ruhe und darf nicht unter Zugzwang geraten. Dies ist leider aber inzwischen auch zur Kehrseite geworden: Wenn ich heute gefragt werde woran ich arbeite, wie wird ein neues Stück aussehen, dann stehe ich unter Zugzwang, das können Sie sich gar nicht vorstellen. Das erfolgreichste Stück in der Geschichte des Saarländischen Staatstheaters, damit wurden natürllich Maßstäbe gesetzt und Erwartungshaltungen produziert, damit ist für mich auch etwas von der lockeren Arbeitsatmosphäre in der ich bisher in Saarbrücken arbeiten konnte verloren gegangen. |
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Sie kommen ja durchaus aus einer Musikerfamilie. War es Zufall, dass die Musik auch Sie nicht mehr los liess, oder wollten Sie irgendwann eigentlich einen ganz anderen beruflichen Weg einschlagen? |
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Als kleiner Junge zeichnete und schrieb ich Comics für Schülerzeitungen und so. Da träumt man natürlich auch davon vielleicht Mal selbstIComic-Zeichner zu werden. Aber es kam dann doch einbißchen anders. Wissen Sie ich war immer sehr neugierig, habe viele Dinge ausprobiert, mich gegen meine Eltern mit elf Jahren durchsetzte - bis dahin hatte nämlich die klassischen Musik, auf Wunsch meiner Eltern, in meinem Leben so zu sagen erste Priorität. Heute bin ich froh, den ich habe, auch wenn ich eine andere musikalische Richtung für mich wählte, eine sehr gute Ausbildung erhalten. Die erste Gitarre kaufte ich mir, da war ich mit meiner Familie in New York. Mein Vater sang damals an der Metropoliton Opera als Bariton eine Spielzeit, den Pizzaro in "Fidelio". Wir hatten ein Appartement, und irgendwann hatte ich genug von Beethoven und ich ging in einen Plattenladen. Da gab's Kassetten vom Secret-Policeman-Konzert, mit StingJeff Beck, Eric Clapton, Pete Townshend und so. Die Musik faszinierte mich, meine Eltern hatten bis dahin versucht mich von dieser Art Musik fernzuhalten. Ja, und so bin ich eigentlich zu meiner Musik und zur Gitarre gekommen. Ich kam aus New York zurück und fing an zu spielen und zu improvisieren- zum Entsetzen meiner Eltern, denn fortan war ich nicht mehr katholisch, also musikalisch katholisch, wenn man so will. |
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Sowohl in der Musik, aber auch in Ihren Themen der Stücke hat man den Eindruck, Sie suchen in Grenzgebieten. Welche sind das, und was fasziniert Sie gerade daran? |
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Ich neige eher zu "wagnerianischen" Themen, zu Themen die Tiefe haben. Bei "Paradise of Pain" haben wir, das sind Florian Shantin, Alan Cooper und Matthias Kaiser, darauf geachtet, dass es keine Helden gibt, keine reinen Helden, ähnlich wie bei Wagner: Alle im "Ring der Nibelungen" haben irgendwie "Dreck am Stecken". Wenn ich früher in der Oper war, fand ich, Verdi-Opern zum Beispiel, musikalisch sehr schön, die Story habe ich aber immer auf meine eigene Weise erlebt: Der Tenor war der Gute, und (in diesem Falle) mein Vater, der Bariton, war immer der Böse, vielleicht hatte das aber auch etwas mit Vaterliebe zu tun. Ich habe schon immer mehr mit der“ Steigröhre ins Unterbewußtsein“ und vielleicht auch mit dem Diabolischen sympathisiert, es ist für mich, als sei da mehr Inhalt, mehr Möglichkeiten, und genau das versuche ich heute genauso in der Musik, mit den Stoffen, die ich erarbeite umzusetzen. Ich will vorallem Geschichten allein mit der Musik erzählen, für mich ist wichtig, das ich eigentlich teilweise gar keinen Text bräuchte, das Publikum sollte die Augen schließen können und trozdem Bilder sehen und verstehen. Ein Erlebnis auf meiner letzten Sibirientourne im Mai 99, hat mich dabei sehr berührt, aber auch zugleich bestätigt. Wir spielten einen Instrumental Song aus "Elements", plötzlich kam ein kleines Mädchen, etwa 12 bis 13 Jahre auf die Bühne und gab mir einen Zettel. Sie hatte während des Titels aufgeschrieben, was sie empfand, es war fast der Inhalt des Bühnengeschehens in der Revue und meiner Gefühlsintension . Solche Augenblicke sind mehr als nur Bestätigung für mich. Es ist Kopfkino, und es ist das Wissen um einen täglicher Kampf, die Lust auf die Dinge zu entwickeln, sich anzuregen für die eigene Kreativität. Das ist eigentlich eine schreckliche Situation, unter der ich auch manchmal leide, denn ich bin meistens kein Fan von mir selbst. |
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Sie sind erfolgreich. Ihre Arbeit gefragt. Sie haben mehrere Aufträge gleichzeitig und Angebote sicher noch viel mehr. Darf man Fragen woran Sie gerade arbeiten? |
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Ich suche immer irgendwo nach Themen und es gibt genug Bereiche, die frisch sind, die mir als Pool dienen. Es muss nicht immer was Neues sein, auch ein altes, oder wie in unserem neuen Stück ein Märchenthema können aktuell sein. So entstand die Idee zu dem neuen Werk, welches im Herbst 2000 welturaufgeführt werden soll. Am Anfang konnte ich noch gar nicht sehen wie topaktuell "Snowhite-Was wirklich geschah", so der Titel ist. Wir ,also Frank Felicetti ,Will Makai und meine Wenigkeit, benutzen hier das Märchen von "Schneewittchen" als Transportstory, was sicher einen Knall im Märchenreich verursachen wird. Ein Selbstmörder wird auf dem Weg vom Leben in den Tod von Hexen als „agent provocateur“ in das Scheewittchen Märchen geschickt.Mit Hilfe dieses "Spiones",der in die Rolle des „Jägers“aufgeht, soll von diesen Hexen die Märchenwelt zerstört werden,damit sie endlich frei sind und nicht mehr als „Spiegelstimmen“ der Königin zu Willen sein müssen.Mehr- will ich noch nicht verraten. Dabei bietet die Schneewittchen-Geschichte Nährboden für ein gewaltiges musikalisches Szenario .Diese Spektakel wird eine Mischung aus Pop, Funk,Ambient ,Jungle ,Ethno und Klassik sein. Ich freue mich, dass wir wie schon bei "Paradise of Pain", als Choreographen Marvin A. Smith, ein Garant für eine gepfefferte Coreographie gewinnen konnte. |
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Sie sind jetzt gerade 30 Jahre geworden. Bei all der Arbeit, Auftritten, etc.. Ist Frank Nimsgern auch ein Mensch der von Familie träumt? |
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Ja, auf jeden Fall. Ich träume vorallem davon mein Leben zu genießen und da gehört für mich ganz klar, meine Familie und wirklichen Freunde dazu. |
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Wie würden Sie die Musik im Allgemeinen bezeichnen, die Sie machen - ist das symphonischer Pop, oder wählen Sie ganz bestimmte Stile für die jeweiligen Sachen aus? |
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Jede Produktion ist wie ein Gemälde, für das ich erst einmal die Farben auswähle. Die Farben bei "Poe" sind so, wie die einzelnen Bilder gezeichnet werden sollen: das erste Bild ist rein symphonisch, das zweite Bild spielt in einem Techno-Club und verwendet natürlich bewusst Funk und R&B-Musik. Das vierte Bild, in dem ein Gerichtsprozess im stile 50er jahre dargestellt wird, ist Bigband-orientiert, das fünfte Bild ist eine Game-Show und quasi eine Revue,Alter Friedrichstadtpalast in klein sozusagen. Ich richte meine Komposition/Orchestration immer danach, wie ich die Bilder zeichne. Die Bilder habe ich selbst vorgegeben, um ganz bewusst stilistisch einen großen Rahmen aufzubauen, um eine Geschichte zu erzählen mit den Farben, die ich musikalisch beherrsche. Das große Panorama an Stilistiken von "Poe" ist bedingt durch die Bilder, die teilweise zeitlos sind und teilweise auch nicht. Am Friedrichstadtpalast z.B. gibt es dann wieder völlig andere Vorgaben. |
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Wie sind denn die Voraussetzungen, wenn Sie dort mit Sascha Iljinskij arbeiten - wie kommen Sie auf die Themen für die Revuen wie "Hexen" oder "Elements"? |
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Bei "Hexen" war es so: Ich hatte "SnoWhite" geschrieben, und dann haben sie in Berlin irgendwie gemerkt, dass ich mich stark mit Hexen beschäftigt hatte, und Iljinskij hat mich beauftragt, eineHeXen Show zu komponieren. Er liefert ein Buch und ich richte mich nach dem Buch, ich liefere zu diesem Exposé die Musik so gut ich kann. Das ist eine ganz andere Geschichte als bei "Poe", wo ich das Buch mitgeschrieben habe. Ich gebe quasi ein sehr ausführliches Exposé mit der kompletten handlung vor und lasse dann Heinz Rudolf Kunze textieren. |
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Das Buch zu "Poe" stammt also von Ihnen? |
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Ich fing an das Expose auf unserer Indientournee zu schreiben ,nahm dann Aino Laos ,später Frank Felicetti mit ins Boot. Und schlussendlich wurde es von Kunze komplett textiert .Leider ist es bei Poe so, dass nicht eine Geschichte von ihm zum Vertonen für ein Musical geeignet ist. Deswegen habe ich mehrere Geschichten genommen und sie zitiert, ich musste quasi meine eigenen "Hoffmanns Erzählungen" daraus machen, also die Geschichte eines leidenden Autors. Das ist ja auch nur eine Metapher für viele Künstler der Zeit, die zu ihren Lebzeiten nie den Ruhm erlangten, der ihnen gebührte. Ich will keine Biografie erzählen, sondern Poe ist die Metapher für einen Künstler, der in der Gosse gestorben ist, genau wie Mozart oder wie Schubert. Und natürlich ist das Musical auch eine Verbeugung davor, dass Poe seiner Zeit, in der es noch gar keine Psychoanalyse gab, meilenweit voraus war; selbst Freud hat ihn später ständig analysiert. Poe war der Stephen King der damaligen Zeit - nur hatte er nicht das gleiche Konto wie Herr King. |
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Wurden Sie bei Ihrer Faszination für Poe von den Alan-Parsons-Alben über Poe beeinflusst, zum Beispiel "Tales Of Mystery And Imagination"? |
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Natürlich - wer ist das nicht! Das ist eine bahnbrechende CD... Mit dafür verantwortlich, dass "Poe" überhaupt entstand, war Elmar Ottenthal, denn das Stück sollte eigentlich am Theater des Westens herauskommen, als er dort Intendant war. Ottenthal also hatte mir vorgeschlagen: "Mach doch mal was zu Poe". Das ist kein Auftragswerk des Saarländischen Staatstheaters, sondern es war ganz fest für das Theater des Westens geplant. Ich war der Kandidat, der nach dem Stück "Falco" vielleicht ein bisschen „mehr original Score“ reinbringen sollte. Alles war klar, das Stück war gecastet und so weiter... Sie wissen ja selbst, wie es weiterging: die Stage Holding hat alles übernommen, und das TDW wurde privatisiert. |
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Und die Stage Holding hatte kein Interesse an "Poe"? |
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es wurde nie wirklich angeboten, da ich auch glaube ,dass die stage holding genug mit Ihren US-lizenzen zu tun haben.Ich hoffe ganz fest,dass sich dass ändern wird und sollte.Ich war dann noch mit der Stella AG im Gespräch über zwei Stücke, es war alles ganz klar und ich sollte einen Vertrag bekommen, und einen Monat später war die Stella insolvent. Dann hatte ich erstmal die Faxen dicke von kommerziellen Betreibern. Das Saarländische Staatstheater hier hat mich mit offenen Armen aufgenommen und ich möchte mich auch loyal zeigen. Zur Zeit laufen in Deutschland drei Stücke von mir, "Hexen", "Poe" und "Arena", und alle laufen zwischen 93 und 120 Prozent Auslastung, damit fahre ich eigentlich ganz gut. Sagen Sie mir einen deutschen Komponisten, der zur Zeit drei Stücke in Deutschland laufen hat und bis dato über eine Millionen tickets verkauft hat... ich würde mich freuen, wenn es so wäre, aber der Markt ist einfach nicht da, und das finde ich ein bisschen traurig. Von der Warte her habe ich auch bewusst noch einen deutschen Autor mit ins Boot genommen, einfach um deutsch/europäische Flagge zu zeigen. "Poe - Pech und Schwefel" ist ja gleichzeitig auch das erste Musical, das Heinz Rudolf Kunze geschrieben hat, da er sonst ja „nur“ übersetzt. Hat . |
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Sie und Heinz Rudolf Kunze kennen sich schon länger? |
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Er hatte mich vor acht Jahren angerufen und hatte das Buch für ein Stück namens "Trapez" geschrieben, ich sollte die Musik dazu komponieren. Das war auch so ein Fall: das Stück wurde nie richtig gesponsert, nie richtig durchgeschnackelt, und somit ist das ganze Projekt den Bach runtergegangen. Deswegen bin ich sehr froh am Saarländischen Staatstheater. Ich bin sehr glücklich hier, ich habe künstlerische Freiheiten, die ich sonst nicht habe, ich bin quasi Ko-produzent und in allen künstlerischen entscheidungen involviert. |
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Sie machen so viele verschiedene Dinge - Musical, Revue, Filmmusik, produzieren, arrangieren, und Sie treten auch noch selbst live auf. Wie kommt es, dass Sie ständig Lust auf Neues haben? |
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Musik ist für mich wie Sauerstoff zum Atmen. Ohne werde ich wahnsinnig. Ich habe drei Uraufführungen dieses Jahr „rausgebracht“ und drei Filme ge“scored“und alle haben gedacht: nach der "Poe"-Premiere klappt er zusammen. Es ist genau das Gegenteil passiert - ich hab hinterher meine ganze Cast, meine Freunde angerufen, und die waren alle so müde, und ich wusste gar nicht, wovon sie reden. Dabei hatte ich wirklich Angst vor dieser Produktion, sie handelt ja von Schizophrenie und virtueller realität. Das war nicht leicht, und die Reaktionen sind bis jetzt unfassbar gut. Wenn es schlecht gewesen wäre, wäre ich ziemlich zusammengekracht. Ich habe an noch keinem Werk so lange geschrieben wie an diesem, drei Jahre lang. Ich habe vierzig Songs geschrieben und dreiundzwanzig sind übrig geblieben, ich habe das Buch dreimal neu schreiben lassen. Dann noch diese ganze Frustration in Berlin mit dem Theater des Westens. Bei der Premiere liefen mir bei einem Lied die Tränen runter, und ich konnte gar nicht beschreiben warum - das hatte sich alles so angestaut... |
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Und die Live-Auftritte? Sie leiten/spielen/dirigieren wie bei "SnoWhite" und "Paradise Of Pain" auch hier bei "Poe" |
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Absolut notwendig für mich. Ich brauche den Kontakt zum Publikum. Ich muss mit der Cast sprechen, in der Kantine sitzen, Gespräche führen, das hilft mir sehr beim nächsten Schreiben. Das größte Kompliment jetzt bei "Poe" kam von ein paar Theaterleuten: "Nimsgern, du hast zugehört beim letzten Mal". Denn ich würde nie sagen, dass ich am Ende meiner Entwicklung bin. Ich bin froh über jeden Tag, an dem ich etwas Neues lerne. Und ich würde auch nie sagen, es ist genial, was ich mache. Richard Wagner war genial. Wir nehmen Sachen auf, wir erfinden nicht das Musical neu. Ich versuche nur, Stile und Einflüsse auf mich wirken zu lassen, die vielleicht andere nicht so auf sich wirken ließen.Trotzdem sagt man mir einen unverkennbaren Stil nach..und das ehrt dann. |
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Schreiben Sie einzelne Songs, oder schreiben Sie eine Partitur? Verklammern Sie die Songs irgendwie miteinander, und wie machen Sie das? |
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Wenn ich auf Papier schreibe, nehme ich zum Beispiel fünf, sechs Farben, für jedes Thema eine andere. Das ist eine Technik, die ich von George Gruntz am Mozarteum in Salzburg gelernt habe. Ich lege dann Wert auf ein Bild, das in der Farbgestaltung ausgeglichen ist, denn die Farbgestaltung ist die Leitmotivik. Wenn ich etwa nur noch rot, rot, rot sehe, dann ist das ein bisschen viel von dem Thema. "Poe" zum Beispiel beginnt mit einer Fuge, und sie zieht sich durch. Selbst wenn dann mal drei Funk-Songs kommen, ist immer noch ein Teil der Fuge irgendwo mit drin. Ich versuche also schon leitmotivisch zu arbeiten, ich komme ja aus der Schule, ich bin ja mit Richy Wagner. aufgewachsen |
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In "Paradise Of Pain" und "Arena" waren die Songs größtenteils englisch, nur "SnoWhite" war komplett auf deutsch. Haben Sie nicht Angst, dass die Zuschauer durch die englischen Texte aus der Handlung herausgerissen werden? |
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Die Antwort ist ganz einfach: Seit "SnoWhite" mache ich kein Denglisch mehr. Entweder verpflichte ich mich der deutschen oder der englischen Sprache. Bei "Paradise Of Pain" waren die deutschen Texte, die ich bekam, einfach nicht gut genug, und die englischen waren auch besser zu singen. "Arena" war nie als Musical geplant, das sollte ein Crossover-Projekt werden. Wir haben zwei Schauspieler, zwei Opernsänger und zwei Rocksänger, und wir wollten bewusst kein Musical machen. Das Theater hat es dann als Musical promotet, weil mein Name drüber stand. Das Stück spielt ja im Zirkus, und Zirkus ist immer international, schließlich ist ja auch was Italienisches und was Französisches drin. Auch "Poe" hatten wir auf englisch geschrieben, und zwei Balladen daraus hätte man an Topstars verkaufen können. |
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Sie bezeichnen sich selbst als Workaholic - wie arbeiten Sie, und wie kommt Ihre Umgebung damit klar? Geht Ihnen das Komponieren so leicht von der Hand |
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Bei mir ist das eigentlich wie in einer guten Beziehung. Eine gute Beziehung funktioniert dann, wenn man nicht dafür fragen muss oder nichts dafür machen muss, wenn es natürlich fließt. Den Song "Schlag ein", den man jetzt als Hitsong von "Poe" bezeichnet, habe ich in zwei Stunden geschrieben. Nachts rief mich Kunze an und sagte "Na, hast du das Buch bekommen" und ich sagte, "Ja ja, ich hab schon einen Song geschrieben". Das Arrangement ist dann wieder etwas anderes. Und an manchen Sachen von ein paar Minuten arbeite ich auch wochenlang. |
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Aber im Prinzip fällt es Ihnen sehr leicht zu komponieren? |
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Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich schon als Kind durch den Beruf meines Vaters so viele Opern gesehen habe, manche sicher häufiger als ein Opernfan in seinem ganzen Leben. Vielleicht hat sich da im Unterbewusstsein melodisch so viel festgesetzt, dass mir die Sachen jetzt zufliegen. Ich bin musikalisch sozusagen trilingual aufgewachsen, also mit Klassik ,Rock und Jazzmusik, und das ist ein Geschenk, das kann man auch gar nicht studieren. Es fällt mir leicht - ich schreibe lieber Musik als zu sprechen, für mich ist Musik die abstrakteste Form zu sprechen. |
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Und wie kommt Ihre Umgebung damit klar? |
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Ich bin zur Zeit in der frohen Lage, dass ich von meiner Familie und meinem Umfeld sehr geschützt bin. Die wissen genau, warum ich abends nicht auf die Party komme. In der Probezeit hat man mich genau einmal nachts in der Kneipe gesehen. Das ist einfach der Preis, den man zahlen muss... |
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Dann macht Ihnen das gar nicht viel aus? |
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Das ist eine gute Frage - ich habe darüber sehr oft nachgedacht. Es gibt ja Menschen, die können stundenlang in der Kneipe sitzen und sich da zulabern... ich kann das nicht. Nach einer gewissen Zeit liebe ich es, allein im Auto zu sitzen und mir Richard Strauss anzuhören. Ich ziehe mehr daraus. Ich glaube eigentlich, die Metapher von "Poe" ist, den Tod durch die Kunst zu besiegen. Wer redet heute noch über die ganzen Fürsten und Könige, die den Mozart durchgefüttert haben - aber über die "Entführung aus dem Serail" redet man... Und so hat auch Poe überlebt. Ich glaube, vielleicht ist das auch der Grund, wieso ich das mache. Das happyend von POE findet sich unter der gr0ßen Überschrift,die auch für das Sujet unsres stückes gilt“Besiegen des Todes durch die Kunst“ |
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Also steckt in der Figur Poe auch viel Ihnen? |
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Ja aber Eher noch von Kunze, weil er Schriftsteller ist. Vor vier Jahren musste ich die Musik für einen Psychothriller schreiben, und ich merkte im Laufe des Schreibens, dass ich nachts mit den Figuren ins Bett ging, und ich wachte mit den Psychosen vom Killer, vom Opfer auf. Ich habe versucht, nochmals alle Rolle zu durchleben. Denn das ist letztendlich der Job des Komponisten, den Ursprung dessen zu entdecken, was der Autor und der Regisseur überhaupt wollten, und das ist eine wirklich spannende Aufgabe. Teilweise ist es Therapie, teilweise ist es aber auch eine Steigröhre ins Unterbewusstsein: wie viele schwarze Gedanken hast Du, wie weit kannst Du da reingehen. Es hat nur einen großen Nachteil - man bekommt irgendwann den Buchdeckel nicht mehr zu. Auch bei Poe ist das so - er kriegt die Buchdeckel nicht mehr zu. In Berlin hat jetzt jemand gesagt, ich wäre der Tim Burton unter den Komponisten. Ich fand das ein großes Lob, denn ich liebe Tim Burton. Die Gestalten aus seinen Filmen sind nie oberflächlich, die haben immer eine zweite Ebene, die nicht zu ergründen ist. Das macht für mich auch Musical aus: Ich möchte viele Leute erreichen mit populären Themen, aber ich möchte auf keinen Fall an der Oberfläche bleiben, ich möchte immer ein bisschen mehr erzählen .Wenn Du willst steig ein „in den traum in einem traum „und wenn nicht dann geniese nur mit allen sinnen |
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Alle Ihre Musicals kreisen um Engel, Teufel, Unterbewusstsein, Mystisches... Könnten Sie denn auch eine völlig alltägliche Geschichte vertonen, oder ein heutzutage spielendes Gesellschaftsdrama zum Beispiel? |
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Würde ich gerne - ich werde dafür nur im Film gebucht. Aber im Musical ist noch niemand an mich herangetreten... Die Themen, die ich in den letzten fünf Jahren aufgegriffen habe, sind einfach sensationell gelaufen. Wenn dann ein Intendant auf mich zukommt und mich von diesen Arbeiten kennt - der wird mich doch jetzt nicht auf „Hera Lind“ansetzen, der sagt "Mach mir ein Fass auf". |
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Wie finden Sie denn Ihre Texter? In Ihrem Bekanntenkreis? |
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Normalerweise arbeite ich wie ein Filmproduzent, der Bücher liest und einen Themenkreis oder einen Stoff findet. Dann fertige ich ein Exposé, weil ich einfach nicht gut schreiben kann. Ich schreibe die Bilder auf, gebe meistens auch schon Vorstellungen von der Bühne oder gewisse choreografische Bilder vor, stelle ein paket zusammenan .Ich zeichne,komponiere und fragmentiere das komplette werkund involviere dann in frage kommende partner je nach Stilsitik,es sei denn das theater gibt mir das team vor. Ich bin mit Textern in Kontakt, die meistens älter sind als ich, das ist auch ganz wichtig für mich - ich suche meistens Partner, zu denen ich aufsehen kann. Aber ich diene auch sehr gerne einem Autor oder produzenten und liefere gerne zu ..der input im team oder „von aussen“ ist für mich auch wie sauerstoff zu Atmen“. |
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Name: frank nimsgern |
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An Trier gefällt mir … |
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Die Historie und immer mehr das Theater |
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Musik zu machen bedeutet für mich ... |
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Wie sauerstoff zum atmen |
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Die Idee zu „Paradies of Pain“ entstand |
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...in einer berliner pizzeria auf servietten |
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Für mich ist Stress |
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... manchmal notwenig um über sich hinaus zu wachsen aber meistens schadhaft |
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Richtig abschalten und entspannen kann ich … |
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Beim Sport und den Nibelungen von R. Wagner |
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Drei Gründe um ins Theater zu gehen: |
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Theater ist Film zum anfassen ... |
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Die Zusammenarbeit mit Guildo Horn ist ... |
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Traumhaft, da er ein guter Freund von mir geworden ist und ich ihn sehr schätze als Mensch und als Rock´n Roller |
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Mein Lebensmotto |
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… Visionen realisieren um weiter zu träumen. |
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Mein zuletzt gelesenes Buch … |
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Äääh... ich schreibe selbst... lese selten komplett ein ganzes Buch.. aber ich glaube "the testament" von Grisham |
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In der Schule war ich … |
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Ich war auf 6 schulen weltweit. Die zwei letzten waren super... wenn Sie verstehen! |
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Meinen ersten richtigen Kuss habe ich … |
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Hatte ich mit einem Jungen aber habe mich dann nie wieder gleichgeschlechtlich genähert .Im Gegensatz zu 90 % meiner Freunde, da ging es meistens anders rum. |
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Das möchte ich unbedingt irgendwann tun |
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... mein „SnoWhite“ oder „POE"„als Musikfilm zu produzieren. |
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Das hätte ich besser nie gemacht |
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ein Haus zu bauen |
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Geld ist für mich |
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… nur die Macht die Freiheit zu haben, tun und lassen zu können, was man will und braucht |
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Diese Tat bewundere ich |
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Das Handeln von Karl Heinz Böhm in den 3.-Welt-Ländern |
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Hätte ich einen Wunsch frei, dann |
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Der größte Wunsch ist Utopie aber wenn sie noch fragen das Existenziellste überhaupt: Krieg, Hunger und Elend auszurotten |